Schutzklassen & IP Schutzarten

30 / January 2018

IP Schutzart und Schutzklasse – die Unterschiede

Oft kommt es bei diesem Thema zu Verwechslungen der beiden Begriffe. Uns wurde bereits öfters die Frage gestellt „Welche Schutzklasse für eine Garten oder Badleuchte benötigt wird?“, oder auch mal ganz generell „Was bedeutet die IP Schutzklasse bei der Leuchte?“. Daher möchten wir in diesem Beitrag mal etwas genauer auf die zwei Begriffe Schutzart und Schutzklasse eingehen.

Zuerst möchten wir uns mit der Schutzklasse bei einer elektrischen Leuchte auseinander setzten. Es gibt insgesamt drei Schutzklassen, diese geben Auskunft über die nötigen Schutzmaßnahmen gegen direktes und indirektes Berühren.

  • Schutzklasse I: Darunter fallen elektrische Geräte mit einem Schutzleiter (Erdung). Dabei müssen alle Teile aus Metall, welche im Betrieb der Leuchte berührt werden könnten und im Fehlerfall Spannung annehmen könnten, mit einer leitenden Verbindung zum Schutzleiteranschluss verbunden sein um den Strom im Falle eines Fehlers sicher ableiten zu können. Dies verhindert Stromschläge und sorgt in der Regel dafür, dass die Sicherung rausspringt und der Strom abgeschaltet wird.
  • Schutzklasse II: Hierrunter fallen elektrische Geräte, welche eine Schutzisolierung haben und so der Kontakt zu eventuell leitenden Teilen verhindert wird. Zusätzlich haben alle stromführenden Teile neben der üblichen Isolierung noch eine zusätzliche Isolation. (Kabel sind doppelt ummantelt). Häufigste Verwendung bei tragbaren Geräten mit einem schmalen Eurostecker.
  • Schutzklasse III: In diese Klasse fallen alle elektrischen Geräte mit einer Niedrigspannung von unter 50 Volt. Dies wird durch einen vorgeschalteten Transformator, durch die Benutzung von Batterien und Akkus, oder kleinen Solarpannels gewährleistet.

Nun haben wir die Bedeutung der Schutzklassen geklärt und kommen nun zu den verschiedenen Schutzarten. Die Schutzarten gewährleisten die Betriebssicherheit der Leuchte in Ihrer Umgebung und werden nach DIN 40050 definiert. Sie beginnen mit den Buchstaben IP gefolgt von zwei Zahlen.

 

Wie setzt sich die Zahl bei der IP Schutzart zusammen?

Hierbei hilft uns die Schutzarten Tabelle, welche uns eine Übersicht aller Schutzarten liefert. Die erste Zahl gibt den Schutz vor dem Eindringen von Fremdkörpern an und die zweite Zahl den Schutz vor eindringendem Wasser.

Hier haben wir für Sie einmal die gesamte Tabelle mit allen IP Schutzarten:

IP Schutzarten Tabelle

 

Schutzarten für Leuchten in trockenen Räumen

Schutzart IP20

Bei dieser Schutzart ist die Leuchte nur mit einem Berührungsschutz durch Finger, oder Fremdkörper bis zu einem Durchmesser von 12mm ausgestattet. Leuchten mit dieser Schutzart sollten nur an trockenen im Innenbereich montiert werden. Sie sollten sie keinesfalls im Badezimmer oder sogar im Garten installieren, da hier immer mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und dem Eindringen von Wasser in die Leuchte gerechnet werden muss. Dies würde zu einem Kurzschluss führen, bei dem auch größere Schäden als nur eine defekte Leuchte entstehen können.

Schutzart IP22

Mit dieser Schutzart ausgestattete Leuchten haben, neben dem Schutz vor Fremdkörpern bis 12mm, auch einen Schutz gegen Wasser welches aus einem leichten Winkel von oben herabtropft. Auch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, wie z.B. in Küchen durch Wasserdampf entstehen kann, schadet dieser Leuchte in der Regel nicht. Eine Montage in geschützten Wintergärten ist auch möglich. Sie sollten eine Leuchte mit dieser Schutzart aber nicht an einer ungeschützten Stelle im Garten montieren, wo die Leuchte direktem Wasserkontakt durch Regen ausgesetzt werden kann.

Schutzart IP23

Eine Leuchte mit der Schutzart IP23 darf schon etwas ungeschützter im Gartenbereich montiert werden, z.B. unter einem Dachvorsprung oder einem überdachten Balkon. Die Schutzart schützt die Leuchte vor leichtem Spritzwasser.

 

Schutzarten für Leuchten im Außenbereich oder im Badezimmer

Schutzart IP44

Möchten Sie Ihre Terrasse mit einer schönen Wandleuchte beleuchten, benötigt die Leuchte mindestens diese Schutzart. Diese Schutzart verhindert das Eindringen von Spritzwasser aus allen Richtungen in die Leuchte. Zudem ist die Leuchte auch gegen feste Objekte bis zu einem Durchmesser von 1mm geschützt, so können auch kleinere Insekten nicht in die Leuchte eindringen. Sie können Leuchten mit dieser Schutzart ebenfalls für die Beleuchtung im Bad, welche in Zone 2 & 3 installiert werden soll, verwenden. Beim Kauf einer neuen Badleuchte sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass  mindestens diese Schutzart gegeben ist.

Schutzart IP65

Sie möchten mit einem in den Boden eingelassenen Strahler Ihre Hauswand beleuchten?

Dann sollte Ihre Leuchte mindestens die Schutzart IP65 aufweisen. Diese Schutzart verhindert, auch bei starkem Regen, das Eindringen von Wasser in die Leuchte. Der hohe Schutz gegen Festkörper verhindert zudem das Eindringen von Staub in die Leuchte. Möchten Sie im Badezimmer eine Leuchte in der Zone 1 aufhängen, muss diese mindestens die Schutzart IP65 haben. Sollte Ihnen beim duschen mal der Duschkopf aus der Hand rutschen, oder Sie erwischen mit dem Wasserstrahl ausversehen mal die Leuchte, passiert bei Badleuchten mit IP65 nichts. Eine niedrigere Schutzart kann hier zu schmerzhaften Stromschlägen führen und Ihre Gesundheit gefährden.

Schutzart IP67 / IP68

Nun kommen wir zu der höchsten Schutzart. Leuchten mit IP67 sind nicht nur staubdicht sondern auch gegen zeitweises, Leuchten mit IP68 sogar gegen dauerhaftes untertauchen im Wasser geschützt. Sollten Sie z.B. vor haben Ihren Teich mit Strahlern zu beleuchten, oder die Terrasse mit in den Boden eingelassenen Spots zu umranden, müssen diese mindestens IP67 als Schutzart aufweisen. Im Badezimmer muss diese Schutzart bei der Montage einer Leuchte in der Zone 0, also z.B. bei der Beleuchtung einer Badewanne oder Whirlpools, verwendet werden. Auch in diesem Bereich gilt: eine niedrigere Schutzart kann zu schmerzhaften Stromschlägen führen und Ihre Gesundheit ernsthaft gefährden.

Die Schutzzonen im Badezimmer auf einen Blick

Schutzzonen im Badezimmer


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